DER GRENZGÄNGER - CHODEC PO HRANICI

Der Dichter, Künstler und Meteorologe Roman Szpuk lebt in Böhmerwald, von wo aus er auf die Gipfel des Bayerischen Waldes schaut. Zwei Seiten eines Gebirges. Er weiß, dass die Natur keine Grenzen kennt, genauso wenig wie Poesie und Kunst.
Klára, 18.04.2017

Básník, výtvarník a meteorolog Roman Szpuk žije na Šumavě, odkud se dívá na vrcholy Bavorského lesa. Dvě strany jednoho pohoří. Ví, že příroda nezná hranice, stejně jako je neznají poezie a umění vůbec.
Klára, 18.04.2017


Za Roklan zapadá měsíc
jak žhavý roh.
Noc skrývá černý leknín,
zve hlavou dolů na výlov.

©Roman Szpuk


Hinter dem Großen Rachel sinkt der Mond,
ein glühendes Horn.
Die Nacht birgt eine schwarze Seerose,
kopfunter lädt sie
zum Ausfischen des Teichs ein.

©Roman Szpuk

Foto©Roman Szpuk

6.4.17 18:49

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Joachim Wehrenbrecht (19.4.17 13:02)
Der zweite Teil des Gedichts ist wirklich nicht logisch. Das Bild der Seerose finde ich hier zu aufgesetzt. Das Bild des glühenden Horns für den Mond gefällt mir gut.


Ingeborg Brenne-Markner (23.4.17 02:03)
Ich finde das Bild mit der schwarzen Seerose eher geheimnisvoll. Oft erscheinen in der Nacht Farben ja auch grau oder schwarz. Bei Mondlicht werfen sie einen dunklen Schatten,hier z. B. auf den Teich. Allerdings gibt es auch sehr dunkelrote, im inneren Blütenkelch fast schwarze Seerosen. Sie heißen "Almost "Black". Außerdem werden auch Seeanemonen als Seerosen bezeichnet. Die meisten von ihnen leben räuberisch von kleinen Beutetieren wie Fischen und Krebsen. Insofern ist das Ausfischen des Teiches gar nicht so abwegig.


Ingeborg Brenne-Markner (23.4.17 10:19)
Ich meine das nur im Hinblick auf die Logik des Gedichtes. Für mich muss aber ein Gedicht gar nicht logisch sein. Das Bild der schwarzen Seerose, die in der Nacht kopfunter sozusagen auf die Jagd geht, gefällt mir. Könnte ja vielleicht sein, wir wissen es nicht.


poemataclara (23.4.17 11:38)
Liebe Ingeborg, danke für deine Gedanken! Es ist interessant, welche Assoziationen ein solches Bild auslösen kann. Und ja, ein Gedicht muss nicht "logisch" und eindeutig interpretierbar sein - im Gegenteil, ich finde surreale Bilder sehr reizvoll. "Die Nacht birgt eine schwarze Seerose" ist allerdings sehr konkret und schön. Nur der letzte Teil des Gedichts ist wirklich rätselhaft. Und so soll es auch sein... (Eine tschechische Leserin meinte, es könnte mit der Spiegelung des Mondes auf der Wasserfläche zu tun haben. Oder - wie ich meine - mit der Mondsichel, die als Angelhaken vom Himmel hängt?)


Ingeborg Brenne-Markner (23.4.17 20:48)
Liebe Klara, die schwarze Seerose ist ein auch für mich ein sehr schönes Bild. Ja, und das Rätsel am Ende muss sein. Deine Version mit der Mondsichel als Angelhaken finde ich auch sehr "überzeugend".