PROCES TVOŘENÍ - SCHÖPFUNGSPROZESS

Malá kulatá bohyně hněte z těsta své děti, mumlá přitom zaklínadla, formuje, vdechuje jim život a zároveň je si vědoma jejich zániku. Vstup a výstup, sem a tam, tajný rituál. Lidé potřebují chéb, aby žili, žijí, aby zanikli. Na počátku bylo slovo...

Eine kleine runde Göttin knetet aus dem Teig ihre Kinder, murmelt dabei Zauberformeln, lässt sie entstehen, haucht ihnen Leben ein, ist sich gleichzeitig ihres Vergehens bewusst. Ein Kommen und Gehen, ein Her und ein Hin, ein geheimes Ritual. Menschen brauchen Brot, um zu leben, sie leben, um zu vergehen. Am Anfang war das Wort...


Die Bäckerin

Es ist wie
Menschen machen
flüstert sie manchmal morgens
in der vierten Stunde
wenn der Tag ein oder aus oder die
Nacht abbricht
und sie ihre Hände im Teig versenkt
ihn knetet schlägt oder
zärtlich zwischen den Fingern
hindurch quellen lässt
Dann formt sie Laibe
dunkle und helle
flüstert Beschwörungen sagt
Hefsalzzuckerundmehl sagt
meine Kinder sagt meine
Freunde sagt du mein Liebes
ehe sie ihnen mit dem Messer
jenen kleinen Schmerz
zufügt der sie
nach dem Backen
unverwechselbar macht
Jeden Tag ist es
lieben murmelt sie
schlägt das Mehl von
den Händen und die eiserne
Ofentür zu
Jeden Tag ein
Kommen und Gehen
ein Her und ein Hin ein
Hefsalzzuckerundmehl
Und inmitten: eine kleine rundliche
Göttin die als einzigen Schmuck
Schweißperlen trägt
auf der Stirn

©Undine Materni


Pekařka

Je to jako
dělat lidi
šeptá někdy po ránu
o čtvrté hodině
za rozbřesku
když den nastupuje noc se odlamuje
a ona noří ruce do těsta
hněte jej tluče nebo
jej nechá něžně kynout
mezi prsty
Pak tvaruje bochníky
tmavé a světlé
šeptá zaklínadla říká
droždícukrmouka
moje děti říká moji
přátelé říká můj milý
než jim nožem
způsobí malou bolest
která je po upečení
udělá jedinečnými
Každý den je to
z lásky mumlá
setřese mouku
z rukou a zabouchne
železná dvířka trouby
Každý den
vstup a výstup
sem a tam
droždícukrmouka
A uprostřed: malá kulatá
bohyně kterou
jako jediný šperk zdobí
kapky potu
na čele

©Undine Materni

20.4.17 19:26

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ingeborg Brenne-Markner (26.4.17 13:31)
Was für ein schönes Liebesgedicht! Einmal zu dem wertvollen Produkt Brot, das die kleine Göttin nicht nur mit zärtlicher Liebe, sondern auch mit einer gewissen Ehrfurcht behandelt und, so scheint mir, der Autorin zu der kleinen Göttin, deren ebenso wertvolle Krone aus Schweißperlen besteht.